Der Handel mit Sportartikeln in China boomt – auch dank westlicher Brands

Wer nach Adidas-Produkten in Shanghai sucht, hat die Qual der Wahl: Auf seiner Webseite listet Adidas in der 24-Millionen-Einwohner-Metropole rund 45 Flagship Stores (inklusive Originals und Outlets). Auf der wichtigsten Shoppingmeile der Stadt, der Nanjing Road, gehören – neben Adidas – Nike, Air Jordan oder auch New Balance Stores zu den beliebtesten Shops.

Der Handel mit Sportartikeln in China boomt – auch dank westlicher Brands

Chinesen lieben europäische oder US-amerikanische Marken und es dürfen auf keinen Fall gefälschte Produkte sein. Die Artikel westlicher Brands sind in China Lifestyleprodukte. Auch Sportartikel fallen in diese Kategorie und rund die Hälfte der Bevölkerung kauft, laut Intersport International, Produkte wie Sneakers, Sportshirts mit großen Logo-Prints, Basketball- oder Jogginghosen. Das sind rund 700 Millionen Chinesen. Daran hat vor allem die wachsende Mittelschicht – dazu werden derzeit mehr als 100 Millionen Bürger in China gezählt – einen wichtigen Anteil. Insgesamt steigt der Umsatz der chinesischen Sportartikelindustrie kontinuierlich. Experten erwarten bis 2020 ein Umsatzwachstum auf 460 Milliarden US-Dollar.

Dieser Umsatz wird bevorzugt in Monobrandstores erzielt. Das gilt auch für den Onlinebereich. Auf der dominierenden Shopping-Plattform Tmall, die zum Alibaba-Konzern gehört, hat jede Marke ihren eigenen Online-Flagship-Store. Wollen westliche Unternehmen in China erfolgreich sein, kommen sie am Onlinehandel nicht vorbei: Das Land ist der größte E-Commerce-Markt der Welt. Laut E-Commerce Foundation lag der B2C-Umsatz 2017 in China bei rund 682 Milliarden Dollar, Tendenz weiter steigend. Die Wachstumsraten und -prognosen bewegen sich, egal welche Quelle zugrunde gelegt wird, verlässlich im zweistelligen Bereich. Und mit Blick auf das Sportartikelgeschäft haben auch hier die westlichen Brands die führende Rolle: So ist auf der Shopping-Plattform Tmall Nike vor Adidas, New Balance und Decathlon der Sportartikelhersteller mit dem größten Umsatz.

Erfolg im chinesischen E-Commerce-Markt haben aber nicht nur die Branchenriesen. Beispielsweise betreiben der Outdoor-Schuhexperte Lowa, die Fitnessmarke Lorna Jane oder auch die Outdoorfirma Marmot sehr erfolgreich einen Tmall-Monobrandstore.

Wie international das Geschäft ist, wenn es um den Handel mit Sport- und Lifestyle-Artikeln in China geht, zeigen auch die ISPO Beijing und die ISPO Shanghai. Dort läuft eine große Delegation des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 über die Gänge, genauso wie Innovations Manager und Recruiter von großen Sportartikelfirmen. Die Messestände bieten eine Mischung aus einheimischen Marken wie der hippen Brand EDCO, dessen Gründer lange Zeit bei Nike gearbeitet hat, und international erfolgreichen Marken wie Umbro, Patagonia oder Lorna Jane.

Für den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Messe München GmbH, Klaus Dittrich, ist China damit auch der Sportmarkt der Zukunft: „Die Leidenschaft für den Sport ist in China angekommen.“