Über alle Branchen hinweg

Die Automatica ist die Leitmesse für Automation und Robotik. Dort zeigt sich alle zwei Jahre, wie smarte Helfer die Produktion in den Unternehmen verändern werden.

Im Büro von Armin Wittmann klappt es schon mit der Mensch-Roboter-Kollaboration: Auf dem Fensterbrett stehen zwei Playmobil-Männchen mit Arbeiterhelmen inmitten von Robotermodellen und blicken lächelnd in den Raum. Wie die Fabrik der Zukunft aussieht, treibt Wittmann um. Denn er organisiert als Projektgruppenleiter die Leitmesse für Automation und Robotik: die Automatica, die allein in 2016 mehr als 43.000 Besucher auf das Gelände der Messe München lockte.

„Wir verstehen uns als Technologiemesse für alle Branchen, die produzieren“

Armin Wittmann

2018 ist wieder ein Automatica-Jahr, vom 19. bis 22. Juni öffnet die Messe ihre Türen. Die Herausforderung der Automatica besteht unter anderem darin, nicht nur einzelne Industrien anzusprechen. „Wir verstehen uns als Technologiemesse für alle Branchen, die produzieren“, sagt Wittmann. Das heißt: Die Aussteller bieten Lösungen für Automobilzulieferer genauso wie für die Verpackungsindustrie oder für Getränke und Nahrungsmittelhersteller. „Unser Ziel ist es, dass die Besucher auch von den Lösungen anderer Branchen lernen und Synergien nutzen können“, erklärt Wittmann.

Armin Wittmann, Messe München Magazin

DIE ZUKUNFT IN DER HAND

Armin Wittmann verantwortet als Projektgruppenleiter die Automatica.

Intelligente Automation in der Fertigung umfasst Bildverarbeitungssysteme wie smarte Kameras, die Objekte unterscheiden können, smarte Hardware für die Produktmontage oder Big Data für vernetzte Fabriken. Eine Welt, die Wittmann kennt. Er ist Diplom-Wirtschaftsingenieur und arbeitete zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn zunächst in der Fertigung. Als er später nach seiner Zeit bei der Schmuck- und Uhrenmesse Inhorgenta zur Automatica kam, schloss sich für ihn der Kreis hin zur alten Profession. „Mein Hintergrund hilft mir zu verstehen, wie ein Unternehmen produziert und denkt“, sagt Wittmann.

Roboter und Mensch arbeiten Hand in Hand

Auch wenn die Automatica bei weitem keine reine Robotermesse ist, sind die Helfer mit den Greifarmen die heimlichen Stars. Industrie- und Serviceroboter können heute viel mehr als noch vor wenigen Jahren – und beweisen das zum Beispiel bereits in den Fabriken der Automobilhersteller und Zulieferer. Die Roboter müssen inzwischen während der Arbeit nicht mehr in einen Käfig gesperrt werden, weil die umstehenden Menschen sonst eine tödliche „Watschn“ abbekommen könnten, wie Wittmann schmunzelnd sagt. „Dank ihrer Sensoren können sie heute mit dem Menschen agieren.“

Das erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Roboter und Mensch, die sich der Projektgruppenleiter für die Zukunft so ausmalt: Der Mensch programmiert und tüftelt Innovationen aus, der Roboter ist die mitdenkende, ausführende Kraft. Mit Blick auf sein Fensterbrett sagt er: „Es werden Jobs für Menschen in der Produktion wegfallen, aber auch neue entstehen.“ Eine Automatica ohne Menschen – unvorstellbar.