Zuhause in vielen Welten

Sie arbeitet mit armen Kindern in Kenia und trifft sich am nächsten Tag mit den Mächtigen. Die Soziologin Auma Obama bewegt sich in beiden Welten sicher. Ein Gespräch über unterschiedliche Voraussetzungen, gemeinsame Chancen und über die Frage, ob die Welt wirklich zusammenwächst – und falls ja, wie

Von Michael Moorstedt und Stefan Tillmann

Auma Obama ©Robert Brembeck

Die Soziologin und Autorin Auma Obama ist die Halbschwester des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama.

MM | Frau Obama, Sie leben in sehr verschiedenen Realitäten. Mit Ihrer Stiftung in Kenia arbeiten Sie mit armen Kindern. Auf der anderen Seite reisen Sie um die Welt, treffen sich mit der Elite des Global Village. Wie schaffen Sie das persönlich? Wie lange brauchen Sie immer, um wirklich anzukommen in der jeweils anderen Welt?

AUMA OBAMA | Eigentlich bin ich sogar in drei Welten zu Hause. Da ist die internationale Arbeit, dann bin ich in Nairobi, einer Großstadt, und dann auch bei meinen Hilfsprojekten, bei den Menschen. Der Wechsel fällt mir leicht, vielleicht deswegen, weil ich sehr lange in Deutschland und Europa gelebt habe und das kenne. Nairobi ist mein Zuhause, dort bin ich aufgewachsen. Ich kenne mich aus und kann mich auch zurückziehen. Ich arbeite zwar, aber hauptsächlich am Schreibtisch. Auf dem Land, in Alego, ist da einfach die Leidenschaft, da sind die Kinder und Familien, mit denen wir arbeiten. Mitmachen, selbst anpacken, das gefällt mir sehr gut. Das gibt mir Sinn und zeigt mir, warum ich diese Arbeit mache.

MM | Das Versprechen der Globalisierung war immer, dass diese Welten zusammenwachsen – bestätigt sich das Ihrer Erfahrung nach?

OBAMA | Ich glaube schon. Allein schon wegen des Internets. Die Menschen wissen viel mehr voneinander. Egal, ob dieses Wissen dann auch richtig ist – sie haben den Zugang. Und dieser Zugang, den hatten wir vorher nie. Es ist eine wichtige Gelegenheit und eine Möglichkeit, unterschiedliche Menschen und Welten kennenzulernen, ohne dass man seinen Schreibtisch, sein Zuhause verlässt. Deswegen ist die Welt enger und kleiner geworden.

„Mitmachen, selbst anpacken, das gefällt mir sehr gut. Das gibt mir Sinn und zeigt mir, warum ich diese Arbeit mache.“

Auma Obama

MM | Sie haben einmal gesagt, dass das Internet zugleich Fluch und Segen sei, weil es bei jungen Menschen falsche Erwartungen wecke. Inwiefern?

OBAMA | In unserem Projekt haben wir seit Juli dieses Jahres ein Computerlabor mit Internetzugang. Aber wir haben mit der Arbeit dort noch nicht angefangen. Weil ich glaube, dass die Jugendlichen erst lernen müssen, mit diesen vielen Informationen umzugehen. Damit sie die Relation verstehen zwischen dem, was sie im Netz sehen, und ihrem eigenen Leben in einer Hütte, in der es kein fließendes Wasser gibt. Instagram ist nicht der Alltag. Leute schminken sich, verstellen sich, sehen wunderschön aus. Aber das ist nicht die Realität. Es ist gefährlich, wenn man anfängt zu denken, ah, dieses Leben kann ich auch haben. Man muss immer bodenständig bleiben und sich fragen, was man zu Hause hat. Worauf man aufbauen kann, um sein Leben zu verbessern.

Auma Obama ©Robert Brembeck

Auma Obama wuchs in Nairobi, Kenia, auf. 1980 kam sie als Studentin nach Heidelberg, später promovierte sie in Bayreuth.

MM | Wie ist es andersherum? Wie zeitgemäß ist das Bild von Afrika, das Ihnen in Deutschland oder im Westen begegnet? Immerhin gibt es inzwischen eine vitale Start-up-Szene in Kenia oder Nigeria und anderen Ländern in Afrika, vor allem im Bereich Fintech.

OBAMA | Interessanterweise scheint sich in den Köpfen der Menschen nicht sehr viel entwickelt zu haben. Als ich aufgewachsen bin, wusste ich viel mehr von Europa oder den USA, als die Europäer und die Amerikaner von uns wussten. Wir haben das in der Schule gelernt. Als ich dann nach Deutschland gekommen bin, habe ich erfahren, dass die Menschen gar nichts über uns wussten. Bei den Fragen, die mir gestellt wurden, habe ich immer gedacht: Die Leute lesen nicht, die haben keine Ahnung von diesem Riesenkontinent.

MM | Das Wissen kommt nicht automatisch.

OBAMA | Genau. Und trotz Internet ist es eigentlich immer noch so. Ich sage immer, Professor Google sagt dir nur das, was du fragst. Wenn du nichts wissen willst, wirst du nichts erfahren. Und deshalb begegnen meiner Tochter, die gerade jetzt nach Europa kommt, die gleichen Fragen, die schon mir vor fast 40 Jahren gestellt worden sind.

„Mit der Natur kann nicht verhandelt werden.“

Auma Obama

MM | Dabei gäbe es ja sehr viele positive Sachen zu erfahren. Statistiken in Sachen Lebenserwartung, Alphabetisierung, Säuglings- und Kindersterblichkeit entwickeln sich allesamt positiv. Wie ist Ihr Bild von der Zukunft? Sind Sie optimistisch?

OBAMA | Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen. Ich muss optimistisch sein, sonst hätte es keinen Sinn. Für mich sind sie das Potenzial, das wir haben, um unsere Welt besser zu gestalten. Ich versuche, diesen jungen Leuten Werte mitzuteilen, ihnen beizubringen, dass sie auch eine Verantwortung haben. Das betrifft die Nahrungsproduktion genauso wie den Umweltschutz. Wir alle sind voneinander abhängig, die Kinder müssen das so früh wie möglich erfahren. Und das schaffen wir nur, wenn wir ihnen zeigen, dass es diese Welt wert ist.

Auma Obama ©Robert Brembeck

Auma Obama (Mitte) absolvierte das Interview mit Michael Moorstedt (links) und Stefan Tillmann (rechts) selbstverständlich in fließendem Deutsch.

Darf Entwicklungshilfe ein Geschäft sein?

MM | Momentan investiert gerade China sehr viel in Ihrer Heimat Kenia und in Afrika im Allgemeinen. Milliardensummen werden in Infrastruktur, Bahnstrecken und Containerhäfen gesteckt. Darf Entwicklungshilfe ein Geschäft sein?

OBAMA | Nichts ist umsonst. Wir werden verschuldet, tauschen alte Abhängigkeiten gegen neue Abhängigkeiten. Und wir müssen wissen, ob wir sie uns leisten können. Das ist eben das Problem. Nicht jeder Kredit ist ein guter Kredit. Die Menschen in Afrika müssen sich die Frage nach der Nachhaltigkeit stellen. In meiner Arbeit geht es dagegen um Hilfe zur Selbsthilfe. Was können wir mit unseren lokalen Ressourcen erreichen? Wo werden wird nicht abhängig von externen Kräften und Geldern?

MM | Doch Investitionen sind nötig – die afrikanische Bevölkerung wird sich bis 2050 verdoppeln.

OBAMA | Man kann nicht sagen, dass es zu viele Menschen gibt. Wir haben nur zu viele junge Menschen, die keine Perspektive haben. Aber sobald sie die haben, ist dieser Kontinent die Zukunft der Welt. Hier gibt es noch sauberes Wasser, saubere Luft und saubere Erde. Deswegen ist es dringend nötig, dass wir alle den afrikanischen Kontinent als Hoffnung, als Möglichkeit, als Potenzial ansehen und nicht als Problem. Ohne jetzt politisch korrekt zu sein, liegt das eigentliche Problem in Europa. Hier gibt es keinen Platz für die Menschen. Das Wasser ist nicht mehr sauber. Der Boden ist durch die Agrarwirtschaft buchstäblich zu Tode gewirtschaftet worden.

„Die Tatsache, dass man kein fließendes Wasser und keinen Strom hat, bedeutet noch lange nicht, dass man arm ist.“

Auma Obama

MM | Ist der Westen also das falsche Vorbild?

OBAMA | Ja. Aber es geht nicht darum, dass man sagt, oh, Europa schlecht, Afrika gut, es geht nur darum, alle Teile der Erde, die noch gesund sind, gesund zu erhalten.

MM | Sie sind in Kenia als Tochter eines Regierungsbeamten aufgewachsen. Haben Sie selbst Armut erlebt?

OBAMA | Die Frage ist, wie man Armut definiert. Und genau da setzt meine Arbeit an. Die Tatsache, dass man kein fließendes Wasser und keinen Strom hat, heißt noch lange nicht, dass man arm ist. Ich bin auf dem Land geboren und bei meiner Großmutter aufgewachsen, bis ich in die Stadt ging. Da hatten wir kein fließendes Wasser und keinen Strom, aber ich habe glücklich gelebt. Ich musste nie Hunger leiden, unser Wasser haben wir vom Fluss geholt. Das Problem ist, dass ich heute mit Kindern und Jugendlichen arbeite, die genauso leben, wie ich früher gelebt habe, und die jetzt denken, dass sie arm sind, weil die klassische Entwicklungshilfe sie so definiert. Und alle sagen: Ich kann mir nicht helfen, ich bin nur ein Opfer.

MM | Aber wer ist dann arm?

OBAMA | Wirklich arm sind die Menschen erst, wenn sie weggehen in die Stadt und dort in den Slums landen. Wie schrecklich. Auf dem Land hätten sie alles, was sie brauchen, doch sie lassen es zurück und suchen Reichtum und Glück in den Städten und landen stattdessen in wirklicher Armut. Es ist tatsächlich eine Frage der Perspektive.

MM | Inwiefern?

OBAMA | In Europa sehnen sich viele Menschen nach einem Urlaub ohne Strom und fließendes Wasser. Da sitzt man dann in einer schwedischen Blockhütte mit einem Plumpsklo und zahlt teures Geld dafür, sich selbst wiederzufinden. Und bei uns wollen alle davon weg, und wir denken, wir sind arm. Jeder sollte sich fragen: Moment mal, was macht mich glücklich? Die Hauptsache für mich dabei ist, dass wir unsere Welt nicht kaputtmachen und dass wir merken, dass vieles, von dem wir denken, es sei Fortschritt oder Wohlstand, eigentlich das ist, was uns zerstört.

„Wir müssen den afrikanischen Kontinent als Potential sehen und nicht als Problem.“

Auma Obama

MM | Sie haben mal gesagt, dass Sie sehr früh wussten, wo Sie hinwollen im Leben. Können Sie beschreiben, wann das war und was Sie für eine Vorstellung hatten?

OBAMA | Wenn ich zurückdenke, wusste ich schon mit acht Jahren vor allem, wo ich nicht hinwollte. Ich bin unter Jungs aufgewachsen, auch mein Vater war eine sehr starke Persönlichkeit. Und ich habe immer gehört: Als Mädchen darfst du dieses und jenes nicht machen. Oder: Als Mädchen musst du dieses und jenes machen. Mein älterer Bruder ist nur zwei Jahre älter als ich. Ich stand immer mit ihm in Konkurrenz und hörte, dass er darf und ich nicht. Das hat mich gestört, dagegen habe ich gekämpft. Damals wusste ich schon, dass ich nicht nur über mein Geschlecht definiert werden will. Ich musste mir einen Raum schaffen, wo ich als Erstes als Mensch definiert werde. Und nicht ignoriert werde, weil ich als Frau spreche. Auch deshalb heißt meine Stiftung „Sauti Kuu“, starke Stimmen.

MM | Inwiefern unterscheiden sich die Träume der Kinder, die Sie tagtäglich in Ihrer Arbeit erleben, von den Träumen Ihrer Generation damals?

OBAMA | Wir haben in der Stiftung etwas geschaffen, das es früher nicht gab. Einen Ort, an dem die Kinder Sport machen können, wo sie lernen können, kreativ sein dürfen durch Theater, Musik und Gedichte. Sie lernen, zu reden, ihre Stimme zu nutzen, sich zu unterhalten, zu debattieren. Sie lernen handwerkliche Fertigkeiten, bekommen gezeigt, wie man das Land bebauen kann. Es ist mehr als ein Jugendzentrum, man setzt sich miteinander auseinander, fragt sich: Warum bin ich da, was ist meine Verantwortung, und was muss ich tun, um ein Leben als Erwachsener erfolgreich zu bestreiten?

MM | Also alles bestens?

OBAMA | Wir hatten früher aber eine bessere Schulbildung. Wir wurden viel mehr gefordert, sollten ehrgeizig sein und auch streben. Heutzutage ist Streber unter jungen Leuten ein Schimpfwort. Doch das Leben ist eine Konkurrenzsituation. Die Kinder und Jugendlichen müssen das wissen. Aber ich habe das Gefühl, dass in den Schulsystemen vieles vernachlässigt wird, zum Beispiel Soft Skills, Werte, politisches Engagement, Sport, Kreativität. Vieles, was zu der Erziehung eines jungen Menschen gehört, wird einfach weggestrichen.

MM | In Ihrer Doktorarbeit haben Sie die Auffassung von Arbeit in Deutschland und in Kenia verglichen – inwiefern unterscheidet die sich konkret?

OBAMA | Ich habe mich vor allem für Arbeitsethik interessiert. Die ist hier in Deutschland natürlich sehr stark ausgeprägt. Die Leute definieren sich viel stärker über ihren Job. Wenn man keine Stelle hat, ist man nichts. Die Gesellschaft betrachtet einen als Versager. Man sucht und sucht eine Arbeit. Und das Selbstbewusstsein wird kleiner und kleiner. In Afrika definiert man sich nicht über die Arbeit, sondern über die Familie oder das Ansehen in der Gesellschaft. Das heißt, man kann arbeitslos sein und trotzdem stolz umherlaufen, ohne das Gefühl zu haben, man habe versagt. Man ist dann vielleicht stattdessen stolz auf seine Söhne oder seine Frau.

MM | Klingt doch recht sympathisch, oder?

OBAMA | Die Dissertation ist ja nun schon ein paar Jahre her, und damals habe ich das auch so gesehen: Oh, wir haben den menschlicheren Weg. Aber so entstehen Abhängigkeiten, und damit schließt sich auch der Kreis für meine eigene Arbeit. Weil das gar nicht als problematisch empfunden wird. Es kann zum Beispiel sein, dass ich arbeite, ein Kind habe und gutes Geld verdiene, aber meine Schwester, die fünf Kinder hat und arbeitslos ist, kann ohne Probleme von mir verlangen, das Schulgeld für ihre Kinder zu bezahlen. Und sie ist noch mal schwanger und kriegt ihr sechstes Kind. So wird der Stellenwert der Familie zum Nachteil, weil er benutzt wird, um andere auszubeuten. Mit den Jahren habe ich gemerkt, dass wir da nicht steckenbleiben dürfen. Wir brauchen mehr Verantwortungsgefühl und Pflichtgefühl.

Auma Obama ©Robert Brembeck

Sie ist Optimistin: Mit ihrer Stiftung Sauti Kuu arbeitet Auma Obama an einer Vision für eine nachhaltige Entwicklungshilfe.

MM | Was würden Sie sagen, wenn Kinder, die in Ihrer Stiftung aufwachsen, nun nach Europa gehen wollen? Wären Sie enttäuscht?

OBAMA | Ich würde sie jedenfalls nicht davon abhalten. Schließlich bin ich ja selbst nach Europa gegangen. Ich brauchte einen Ort, wo ich mich als Mensch entfalten konnte. Ich fühlte mich eingeschränkt und limitiert in dem, was ich machen konnte. Ich war ein Mädchen, eine Frau. Unsere Projekte sind auf dem Land. Also sagen unsere Kinder und Jugendlichen, dass sie in die Stadt gehen wollen. Wir können nicht mehr tun, als ihnen zu zeigen, was sie in der Stadt haben können und was sie alles hinter sich lassen. Denn meistens landen sie in den Slums.

MM | Was sagen Sie dann konkret?

OBAMA | Ich sage ihnen, geht, aber seid vorbereitet. Auf Englisch sagt man: Go equipped. Ich würde niemals nein sagen. Ich würde nur sagen, sei dafür bereit. Ihr könnt gehen, aber nicht flüchten. Dann landet ihr auf der Straße und habt nichts, und ihr könnt nicht zurück, weil ihr euch schämt, weil ihr sagen müsst: Ich war in Europa, und ich habe nichts aus meinem Leben gemacht. Doch die meisten flüchten. Und das darf man nicht. Es gibt hier einen Schatz an Möglichkeiten, man kann daraus so viel machen. Man muss nur einen Schritt nach dem anderen tun. Dann ist dieser Weg keine Flucht, sondern eine Alternative.

MM | Sie sind noch immer sehr häufig in Deutschland. Wie nehmen Sie die Stimmung im Land wahr?

OBAMA | Problematisch, problematisch. Es ist menschlich kälter geworden. Aber ich glaube nicht, dass das die Mehrheit der Deutschen ist. Deutschland ist so divers inzwischen, so vielfältig, ein echter Melting Pot. Ein Deutscher ist nicht mehr nur blond und blauäugig.

MM | Hinter dem Erstarken von rechts steckt auch eine Kritik an der Globalisierung. Isolationismus ist eine globale Entwicklung.

OBAMA | Genau. Hier wird viel mit Emotionen und Angst gearbeitet. Die Menschen denken, die Leute, die in das Land kommen, wollen ihnen etwas wegnehmen. Aber wenn man sich genauer informiert, erfährt man, dass die meisten Flüchtlinge auf ihrem Herkunftskontinent bleiben. Zum Beispiel in Kenia. Wir haben wesentlich mehr Flüchtlinge bei uns als in Deutschland. Allein im Flüchtlingslager Kakuma leben fast 200.000 Menschen. Seit drei Generationen. Teilweise werden sie integriert, und teilweise kapseln sie sich ab. Probleme und Ängste durch Migration hat man in Europa nicht exklusiv.

MM | Wie kommt man gegen die Angst an?

OBAMA | Die Diskussion findet nicht auf einer sachlichen Ebene statt, es wird absichtlich mit sehr vielen Emotionen gearbeitet. Ich hielt neulich einen Vortrag über Diversität und die Bedeutung von Migration. Da habe ich gesagt, wenn man die Situation wirklich richtig anpacken will, sollte man sich einfach mal eine deutsche Straße mit deutschen Menschen vorstellen und sich denken, alles, was in diesem Bild fremd ist, sei nicht vorhanden. Dann würden alle nackt rumlaufen, und die Straßen wären grau. Es ist so simpel. Auch der, der für ein urdeutsches Land demonstriert und sagt, er will keine Ausländer, trägt Levi’s Jeans, und die Levi’s werden in Afrika hergestellt. Die Welt ist nicht mehr homogen. Sie war es auch niemals. Nur kommen die Menschen heutzutage nicht mehr drumherum, diese Tatsache zu akzeptieren.