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Die Expo Real ist einer der ganz großen Erfolge der Messe München. Warum die Immobilien-Veranstaltung international auf so rege Resonanz stößt. Claudia Boymanns über die Flucht ins Betongold.

Von Christian Brunschede (Magazin der Messe München 01/2017)

Claudia Boymanns

Claudia Boymanns verantwortet als Projektleiterin der Messe München die Expo Real

Sie ist der Treff der Branche. Pflichttermin. Kontaktbörse und Bühne für die großen Deals der internationalen Immobilienwirtschaft. „Auf der Expo Real werden branchen- und länderübergreifend Immobilienprojekte initiiert und Transaktionen verhandelt“, sagt Claudia Boymanns, die Projektleiterin der Messe München.

1998 mit nur 149 Ausstellern gestartet, ist die Expo Real heute die mit Abstand wichtigste Immobilienmesse des Kontinents. Mit zuletzt 1.768 Ausstellern und 35.000 Besuchern. „Wir sind eine internationale Networking-Plattform, deren Bedeutung weit über Europa hinausreicht, bis hin nach Russland, in den Mittleren Osten und die USA. Investoren finden bei uns passende Anlageprojekte und Projektentwickler die richtigen Partner zur Realisierung ihrer

Die Expo Real ersetzt eine mehrwöchige Weltreise

Von Beginn an als echte Arbeitsmesse konzipiert, bei der konkrete Geschäfte im Mittelpunkt stehen, bildet die Messe die gesamte Wertschöpfungskette der Branche ab. Diese enorme Dichte an Entscheidungsträgern ist auch der Grund für den großen Stellenwert, den die Messe heute genießt.

Die Quote regelmäßig wiederkehrender Besucher liegt bei 65 Prozent. Denn innerhalb von nur drei Tagen treffen Aussteller und Besucher hier auf Experten aus mehr als 70 Ländern – ein Angebot, das normalerweise eine mehrwöchige Weltreise voraussetzen würde.

Wichtiger Treiber für die Branche ist aktuell natürlich die Flucht ins Betongold. Claudia Boymanns, Projektleiterin der Expo Real

„Auf der nächsten Expo Real Anfang Oktober [2017, Anmerkung der Redaktion] wird die Frage nach dem Ende der Niedrigzins-Politik deshalb auch eines der großen Diskussionsthemen sein.“ Nicht nur an den Messeständen übrigens, sondern auch im Konferenzprogramm, für das auch dieses Mal echte Hochkaräter antreten. Darunter der US-Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz und Clemens Fuest, der Präsident des ifo-Instituts.

„Klar, dass auch der Brexit wie schon 2016 ein wichtiges Thema sein wird“, sagt Boymanns. „Aber mehr noch wollen wir dieses Mal die Frage in den Vordergrund rücken, was ,America First‘ für die internationale Immobilienwirtschaft denn nun eigentlich bedeutet.“

Digitalisierung im Fokus

Premiere feiert im Oktober das „Real Estate Innovation Network“, eine 400-Quadratmeter-Plattform, auf der die Messe dem Thema Digitalisierung noch mehr Platz einräumt und Technologie-Start-ups erstmals dazu einlädt, ihre Produkte zu präsentieren und Kontakte zu potenziellen Anwendern herzustellen.

Bleibt eigentlich nur noch die Frage, wie es nach der Messe weitergeht. „Nach der Expo ist fast schon wieder vor der Expo“, sagt Boymanns. „Wir bleiben das ganze Jahr über in engem Austausch mit unseren Kunden. Aber wir achten sehr darauf, das Netzwerk nicht zu verwässern, damit auch morgen die richtigen Partner schnell zusammenfinden.“

Mehr Informationen zur Expo Real: www.exporeal.net

Zur Expo Real

UNTER DEM DACH DER WELT: Die Expo Real ist Europas größte B2B-Fachmesse für Immobilien und Investitionen.

Der nächste Termin: 7. bis 9. Oktober 2019.