Sportsgeist

Gesundheitscoach Markus Rothermel bringt Unternehmen wie der Messe München bei, wie man Körper und Geist in eine gesunde Balance bringt. Er ist überzeugt: „Bewegung hat Heilkraft“

Sport heilt Körper und Geist: Markus Rothermel erklärt, warum schon wenige Übungen viel zum eigenen Wohlbefinden beitragen.

Die Formel ist einfach: Fühlt sich der Mitarbeiter wohl und ist gesund, ist er voller Energie und erledigt seine täglichen Aufgaben motiviert. Das ist der Idealzustand. Vielfach aber zwickt es bei Menschen, die am Schreibtisch sitzen – in Nacken, Schulter und Rücken. Dazu kommen ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften. Markus Rothermel sieht oft auf einen Blick, was los ist. Er arbeitet gern am Menschen und mit Menschen und hilft ihnen, sich besser zu fühlen.

Der Sportwissenschaftler ist getrieben von Sport und Geist. Auf der einen Seite die Leidenschaft, den Körper zu spüren. Auf der anderen Seite der Drang, Bewegung technisch perfekt umzusetzen. Rothermel hat selbst eine Tourenskibindung entwickelt und bildet seit vielen Jahren die Skilehrer des Deutschen Skiverbands aus. „Wie gelingt es, dass Menschen Bewegungen technisch perfekt lernen?“ Daran feilt er permanent.

Ich habe eine sehr enge Verbindung zu den Menschen hier und trainiere alle, über alle Hierarchien hinweg Markus Rothermel

Vordenker ist Rothermel auch im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Er war einer der Ersten in München, die die Idee hatten, Bewegung in Unternehmen zu bringen. Zu seinen ersten Kunden zählt die Messe München. Bereits seit über 13 Jahren ist er regelmäßig in T-Shirt und Trainingshose auf den Fluren unterwegs.

Noch heute, wo er mittlerweile zehn Mitarbeiter hat, betreut er als Chef seiner Sportschule Plus X die Messe persönlich. „Ich mag die Messe einfach, sie zählt zu meinen ersten Kunden. Ich habe eine sehr enge Verbindung zu den Menschen hier und trainiere alle, über alle Hierarchien hinweg.“

Markus Rothermel, © Dirk Bruniecki

Auf dem Sprung: Sportwissenschaftler Markus Rothermel im neuen Gesundheitsstudio der Messe München.

Foto: Dirk Bruniecki

Das Gesundheitskonzept der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist für Rothermel die ideale Orientierung, welche Bestandteile des Körpers miteinander korrespondieren. Und dafür sorgen, ob es uns gut oder schlecht geht: die Balance von Geist, Organen und Skelett. „Hauptsache, du bewegst dich, egal, was du tust: ob Garten umgraben oder mit dem Hund spazieren gehen. Was schlecht ist: nichts tun.“

Gerade die Rückkopplung von Sport auf den Geist fasziniert ihn. „Sport schüttet dämpfende, relaxierende Hormone aus und sorgt für Entspannung. Stress wird abgebaut, der Mensch schaltet ab.“ Auf der anderen Seite ist er davon überzeugt, dass, wer seinen Körper bewegt, auch im Geist fit bleibt.

Es ist nie zu spät anzufangen. Und auch nur zehn Minuten täglich bringen etwas Markus Rothermel

Seine Mission ist es, die Bewegung zu den Menschen zu bringen, sie in Bewegung zu setzen und ihnen zu zeigen, dass Sport Spaß macht und guttut. Zweimal die Woche können die Mitarbeiter der Messe München zur „Bewegten Pause“ kommen – oder sich direkt am Arbeitsplatz beraten lassen: Wie bekomme ich meine Rückenschmerzen in den Griff – oder wie fühle ich mich allgemein wohler und fitter?

Neuerdings ergänzt ein 350 m2 großes Gesundheitsstudio das Bewegungsangebot im Messehaus. Rothermel hat mitgeholfen, das Studio „maximal individuell flexibel“ einzurichten, sodass es keine Ausrede mehr geben kann, sich nicht zu bewegen. „Die frohe Botschaft an alle lautet: Es ist nie zu spät anzufangen. Und auch nur zehn Minuten täglich bringen etwas“, sagt er und setzt ein gewinnendes Lächeln auf.

Von Petra Kratzert. Der Artikel erschien erstmalig im Messe München Magazin 01/2019.